Die Menschen hinter dem Masterroom
Malou & Comitor
Zwei Lebenswege. Eine gemeinsame Leidenschaft.

Nicht unsere Gesichter erzählen unsere Geschichte. Sondern das, was uns verbindet.
Wer wir sind
Zwei Menschen. Ein gemeinsamer Weg.
Wir sind Malou und Comitor.
Zwei Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten, eigenen Erfahrungen und Leidenschaften. Nicht immer mit denselben Gedanken, nicht immer mit derselben Sicht auf die Dinge. Aber verbunden durch eine gemeinsame Haltung und die Überzeugung, dass Vertrauen, Respekt und persönliche Freiheit zu den wertvollsten Dingen gehören, die Menschen miteinander teilen können.
BDSM begleitet unser Leben seit vielen Jahren. Wir haben darin nicht nur eine besondere Form der Leidenschaft gefunden, sondern auch Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen, Erfahrungen gesammelt und viel über uns selbst gelernt.
Dabei haben wir auch erlebt, dass diese Welt nicht immer so ist, wie sie nach aussen erscheint. Dass Wissen wichtiger ist als grosse Worte. Dass Verantwortung nicht dort endet, wo ein Spiel beginnt. Und dass Respekt nicht von Rollen, Neigungen oder persönlichen Lebensentwürfen abhängen darf.
Vielleicht sind es gerade diese Erfahrungen, die uns geprägt haben.
Wir möchten niemandem erklären, wie er zu leben hat. Wir möchten vielmehr zeigen, dass ganz unterschiedliche Lebensweisen ihren Platz haben können, solange Menschen einander mit Achtung, Offenheit und Verantwortung begegnen.
Wir müssen nicht alles gleich sehen, um denselben Weg zu gehen. Aber wir sollten einander verstehen und respektieren.
Unsere Haltung
Was uns verbindet
Vertrauen
Vertrauen ist für uns kein selbstverständlich gegebenes Geschenk. Es wächst mit der Zeit, durch Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und die Gewissheit, sich aufeinander verlassen zu können.
Respekt
Wir begegnen Menschen ohne Vorurteile gegenüber ihrer Lebensweise, ihren Wünschen oder Neigungen. Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, die wir weder beurteilen noch hinterfragen müssen.
Verantwortung
Wer die Freiheit anderer Menschen achten möchte, muss auch Verantwortung übernehmen können. Gerade im BDSM gehören für uns Wissen, Erfahrung, Sicherheit und die Achtung persönlicher Grenzen untrennbar zusammen.
Freiheit
Freiheit bedeutet für uns, den eigenen Weg finden und gehen zu dürfen. Nicht fremden Erwartungen entsprechen zu müssen, sondern im gegenseitigen Einverständnis das leben zu können, was sich für einen selbst richtig anfühlt.


Hingabe, Handwerk und Persönlichkeit
Malou
Malou ist eine Frau, deren Lebensweg von Neugier, Eigenständigkeit und aussergewöhnlichen Erfahrungen geprägt wurde.
Ein bedeutender Teil ihrer Geschichte führt nach Afrika. Dort begegnete sie Menschen und einer Handwerkskunst, die sie nachhaltig faszinieren und ihr Leben prägen sollten.
Was zunächst aus Interesse und Begeisterung begann, entwickelte sich zu einer tiefen Leidenschaft: der Kunst, hochwertige Peitschen selbst herzustellen.
Wer ihre Arbeiten kennt, weiss, dass es dabei um weit mehr geht als das Flechten von Leder. Materialien verstehen, sorgfältig auswählen, Techniken beherrschen, immer wieder dazulernen und niemals mit einer Arbeit zufrieden sein, solange nicht jedes Detail stimmt.
Ihre Peitschen entstehen nicht einfach. Sie wachsen unter ihren Händen zu individuellen Werkstücken heran.

Doch Malou nur auf dieses besondere Handwerk zu reduzieren, würde ihr nicht gerecht.
Sie ist ein Mensch, der mit grosser Aufmerksamkeit, Einfühlungsvermögen und Hingabe an die Dinge herangeht, die ihr wichtig sind. Ihr beruflicher Hintergrund im Gesundheitsbereich hat zudem ihr ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein und ihren hohen Anspruch an Hygiene und Sorgfalt geprägt.
Diese Haltung begegnet unseren Gästen an vielen kleinen Stellen im Masterroom. Oft, ohne dass sie wissen, wie viel von Malou darin steckt.
Ihre Leidenschaft liegt nicht allein darin, etwas Besonderes zu schaffen. Sondern darin, es mit ganzem Herzen und grösster Sorgfalt zu tun.

Erfahrung, Haltung und Verantwortung
Comitor
Der Name Comitor bedeutet ihm weit mehr als eine blosse Bezeichnung. Er steht für einen Lebensweg, für Erfahrungen und für eine Haltung, die über viele Jahrzehnte gewachsen ist.
Seine Begegnungen mit dem BDSM reichen in eine Zeit zurück, in der diese Welt noch weitgehend im Verborgenen stattfand. In der persönliches Vertrauen, Diskretion und der Austausch unter erfahrenen Menschen eine besondere Bedeutung hatten.
Seitdem hat sich vieles verändert. BDSM ist sichtbarer und zugänglicher geworden. Informationen sind heute leichter verfügbar, und Menschen können offener über ihre Wünsche und Neigungen sprechen.
Das begrüsst er. Gleichzeitig betrachtet er manche Entwicklungen kritisch.
Denn Sichtbarkeit ersetzt keine Erfahrung.

Und das Wissen um eine Praktik bedeutet noch lange nicht, dass man ihre Wirkung, ihre Grenzen oder die damit verbundene Verantwortung wirklich versteht. Für Comitor gehört deshalb zu einer selbstbestimmten Lebensweise auch die Bereitschaft, sich mit den Konsequenzen des eigenen Handelns auseinanderzusetzen.
Seine Erfahrungen haben ihn aber noch etwas anderes gelehrt: Menschen verdienen es, in ihrer Persönlichkeit ernst genommen zu werden. Unabhängig davon, wie sie leben, lieben oder welche Neigungen sie haben.
Er möchte nicht vorgeben, was richtig oder falsch ist, solange gegenseitiges Einverständnis, persönliche Grenzen und die Verantwortung füreinander gewahrt bleiben.
Vielleicht liegt gerade darin das Wesentliche seiner Haltung: Menschen nicht verändern zu wollen, sondern ihnen mit Offenheit, Respekt und einem ehrlichen Interesse an ihrem eigenen Weg zu begegnen.
Wahre Erfahrung zeigt sich nicht darin, wie viel jemand erlebt hat. Sondern darin, was er daraus gelernt hat und wie verantwortungsvoll er damit umgeht.
„Wahre Tiefe entsteht dort, wo Kontrolle endet und Vertrauen beginnt.“
Ein geschützter Ort
Warum es den Masterroom gibt
Die Geschichte des Masterrooms begann nicht mit einem Geschäftsmodell.
Vor vielen Jahren schufen wir uns in unserem damaligen Zuhause einen eigenen, ganz persönlichen Rückzugsort. Einen Bereich, in dem wir unsere Leidenschaft leben konnten, ohne fremde Blicke, ohne Erwartungen und ohne uns erklären zu müssen.
Es war unsere private Oase.
Mit der Zeit durften auch vertraute Freunde diesen besonderen Ort kennenlernen. Später kamen Fotografen hinzu, die die aussergewöhnliche Atmosphäre für ihre Aufnahmen nutzen wollten. Aus diesem zunächst ausschliesslich privaten Bereich entstand langsam etwas, das wir ursprünglich gar nicht geplant hatten.
Seit 2014 öffnen wir unsere Türen auch für Gäste.
Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen, Lebensgeschichten und Vorstellungen. Manche sind in dieser Welt seit vielen Jahren zu Hause. Andere wagen vielleicht zum ersten Mal einen vorsichtigen Blick hinter eine bisher verschlossene Tür. Und wieder andere möchten einfach mit einem geliebten Menschen ungestörte Zeit verbringen, in einer Atmosphäre, die sie so noch nie erlebt haben.
Wir haben dabei immer an demselben Grundgedanken festgehalten:
Niemand muss bei uns etwas darstellen, beweisen oder erleben, nur weil die Möglichkeiten dafür vorhanden sind.
Der Masterroom soll einen geschützten Rahmen bieten, in dem unsere Gäste ganz für sich entscheiden können, was sie möchten und was nicht.
Das Vertrauen, das sie uns dabei entgegenbringen, ist für uns keine Selbstverständlichkeit. Es verpflichtet uns zu Diskretion, sorgfältiger Vorbereitung, persönlicher Gastfreundschaft und einem hohen Anspruch an Qualität und Hygiene.
Mit dem Masterroom 3.0 beginnt nun ein neues Kapitel. An einem neuen Ort, zwischen See und Bergen, mit noch mehr Möglichkeiten und vielen liebevoll durchdachten Details.
Doch was uns seit den Anfängen begleitet, bleibt unverändert.
Es geht nicht darum, möglichst viel zu erleben. Sondern darum, die Freiheit zu haben, die eigene besondere Zeit so zu gestalten, wie man sie sich wünscht.
Als Gastautoren
Unsere Gedanken – festgehalten in einem Buch

Es gibt Überzeugungen, die sich nicht in wenigen Sätzen erklären lassen.
Als Gastautoren des Gemeinschaftswerks «BDSM – Wege und Möglichkeiten. Ein Ratgeber» durften wir einige unserer Erfahrungen und Gedanken ausführlicher festhalten.
Comitor beschäftigt sich in seinen beiden Beiträgen mit der Entwicklung des BDSM, den Veränderungen innerhalb der Szene und seiner persönlichen Sicht auf Erfahrung, Verantwortung und gelebte Leidenschaft. Malou erzählt von ihrem Weg zur Peitschenkunst, ihrer Verbindung zu Afrika und von einer Handwerkskunst, die für sie zu einer besonderen Lebensaufgabe geworden ist.
Diese Texte spiegeln unsere persönlichen Erfahrungen und Ansichten wider. Sie erheben keinen Anspruch darauf, für andere Menschen oder die gesamte BDSM-Welt zu sprechen.
Wir teilen sie hier, weil wir glauben, dass man Menschen manchmal erst dann wirklich versteht, wenn man auch ihre Gedanken kennenlernen darf.
Vorwort: «Aus dem Untergrund zum Mainstream»
Comitors persönlicher Weg in die Welt des BDSM – und ein Blick darauf, wie sie sich in vier Jahrzehnten verändert hat.
Meine persönliche Reise begann vor 40 Jahren, als ich im Alter von 16 Jahren das erste Mal mit BDSM in Berührung kam. Damals lebte ich in einem Studentenwohnheim und entdeckte diese Welt über private Begegnungen und Gespräche.
Schnell entwickelte sich daraus eine tiefe Leidenschaft die mich bis heute begleitet. Mit Mitte 20 begann ich, das Handwerk des Umgangs mit Peitschen zu erlernen – von der Technik bis hin zu den gesundheitlichen Aspekten.
Diese Fertigkeiten gab ich nicht nur in Shows auf Veranstaltungen weiter, sondern nutzte sie auch, um andere aufzuklären und zu inspirieren. Im Laufe der Jahre habe ich mehrere BDSM-Zirkel mitgegründet und lange Zeit aktiv geleitet.
Seit über 10 Jahren lebe ich in einer liebevoll geprägten 24/7- Beziehung, in der BDSM ein wesentlicher Bestandteil unserer Ehe ist. Mein größter Respekt und meine ganze Wertschätzung gebührt daher meiner Malou.
Soweit die persönlichen Hintergründe, nun zum eigentlichen meines Vorwortes, zu diesem Buch.
Vor über vier Jahrzehnten war BDSM für die meisten Menschen ein Begriff, der höchstens hinter vorgehaltener Hand oder in wenigen Nischen besprochen wurde. Es war ein Bereich des Lebens, der im Verborgenen blühte, oft missverstanden oder gar stigmatisiert wurde.
Die Wenigen, die sich zu ihrer Leidenschaft bekannten, fanden ihre Gleichgesinnten über Umwege – durch persönliche Empfehlungen, diskrete Clubs oder private Zirkel.
Der Austausch war begrenzt, und die Informationen waren rar.
Dann kam das Internet – und mit ihm eine Revolution. Plötzlich war es möglich, anonym nach Gleichgesinnten zu suchen, Informationen zu teilen und eine Gemeinschaft zu schaffen, die über geografische Grenzen hinausging. Onlineforen, Blogs und später spezialisierte Datingplattformen wurden zu Treffpunkten, an denen sich Menschen nicht nur über ihre Interessen austauschen konnten, sondern auch gegenseitig unterstützten, aufklärten und bestärkten.
Die digitale Vernetzung machte BDSM sichtbarer und zugänglicher als je zuvor. Doch mit dieser neuen Sichtbarkeit gingen auch Risiken einher. Die schiere Menge an Informationen, die online verfügbar ist, macht es oft schwer, zwischen fundiertem Wissen und Halbwahrheiten zu unterscheiden. Gerade im sensiblen Bereich von BDSM, wo Vertrauen, Sicherheit und Konsens oberste Priorität haben, können falsche Informationen gravierende Folgen haben. Unzureichend recherchierte Ratschläge oder veraltete Ansichten können dazu führen, dass Grenzen überschritten oder Gefahren unterschätzt werden. Dieses Buch möchte daher nicht nur informieren, sondern auch dazu ermutigen, kritisch zu hinterfragen und sich stets weiterzubilden. Ein weiterer Aspekt, den die zunehmende Popularität von BDSM mit sich gebracht hat, ist die Gefahr durch Menschen, die diese Lebensweise ohne ausreichendes Wissen oder Respekt praktizieren. Mit dem Einzug in den Mainstream – durch Romane, Filme und Social Media – hat sich eine gewisse Verharmlosung der damit verbundenen Verantwortung entwickelt.
Personen, die keine oder nur wenig Ahnung von den Grundlagen und den ethischen Prinzipien von BDSM haben, können für sich selbst und andere Risiken schaffen.
Es ist wichtig, sich nicht unbedacht auf Begegnungen einzulassen, sondern gezielt nach Erfahrung, Aufklärung und klarer Kommunikation zu suchen. Dieses Buch bietet deshalb nicht nur Einblicke in die schönen Seiten von BDSM, sondern auch Leitlinien, wie man sicher und verantwortungsvoll damit umgeht.
Diese Sichtbarkeit brachte Chancen, aber auch Herausforderungen mit sich. Einerseits wuchsen das Wissen und die Akzeptanz. Begriffe wie „Konsens“ und „Safe, Sane, Consensual“ (SSC) wurden breiter diskutiert und verstanden. Andererseits begann BDSM, Schritt für Schritt seinen Weg in den Mainstream zu finden.
Was früher ein geheimer Teil der Subkultur war, wurde zunehmend in der Popkultur aufgegriffen – von Romanen und Filmen bis hin zu Werbung und Modetrends.
Diese Entwicklung hat die Wahrnehmung von BDSM grundlegend verändert. Dieses Buch ist nicht nur ein Rückblick auf diese Entwicklungen, sondern auch eine Einladung, tiefer in die vielschichtige Welt von BDSM einzutauchen. Es möchte aufklären, inspirieren und Mut machen, die eigene Neugier zu erforschen – stets mit Respekt, Konsens und einem offenen Herzen. Abschließend möchte ich einen besonderen Dank aussprechen an jene Menschen, die mit unermüdlichem Einsatz, Zeit und Wissen dazu beitragen, Bücher wie dieses möglich zu machen.
Autoren, Forscher, Vereine, Gruppen und Praktizierende, die bereit sind, ihre Erfahrungen und Erkenntnisse zu teilen, leisten einen unschätzbaren Beitrag zur Aufklärung und Weiterentwicklung der BDSM-Community. Sie helfen uns allen, nicht nur sicherer und informierter zu handeln, sondern auch die Schönheit und Vielfalt dieser Lebensweise zu verstehen und zu schätzen. Dabei ist es wichtig, mit all der Lust und den Neigungen, die diese Welt mit sich bringt, nie den gesunden Menschenverstand außer Acht zu lassen. Er ist ein unverzichtbarer Leitfaden, um sicher, respektvoll und verantwortungsvoll in dieser faszinierenden Welt zu navigieren.
Ich lade Dich ein, diese Reise mit mir anzutreten und die Geschichten, Erfahrungen und Perspektiven zu entdecken, die BDSM heute so faszinierend und lebendig machen.
Dieses Buch soll ein Leitfaden, eine Reflexion und ein Werkzeug sein, um die Komplexität und die Schönheit dieser Welt zu verstehen und zu feiern.
Danksagung
Mein tief empfundener Dank gilt dem Verein „Das Haus Roissy e.V.“ als Herausgeber dieses Buches.
Der unermüdliche Einsatz der Mitglieder und die wegweisende Leitung durch Sir JC und seiner O Raven, ebenso an alle Beteiligten, diese haben dieses Projekt möglich gemacht.
Ihre Leidenschaft, ihr Wissen und ihr Engagement verdienen höchste Anerkennung.
Dieses Buch ist ein Zeugnis ihrer Hingabe und ihres Glaubens an die Bedeutung von Aufklärung und Gemeinschaft.
Es ist mir eine Ehre, Teil dieser Reise zu sein und meinen Dank für diese beeindruckende Leistung auszusprechen. Ohne euch wäre dieses Buch nicht Realität geworden. Danke!
Comitor
Im Frühjahr 2025
SM Hard Core – Der harte Kern im SM
Einst radikal, heute romantisiert? Ein offener Blick auf den Wandel des SM – und eine Einladung zum Nachdenken über Erfahrung, Respekt und Verantwortung.
Rückblick – SM vor 40 Jahren
Vor vier Jahrzehnten war die Welt des SM eine völlig andere als heute.
Sie war verborgen, geheim und oft stigmatisiert.
Menschen, die sich offen zu ihren sadomasochistischen Neigungen bekannten, riskierten gesellschaftliche Ächtung oder sogar rechtliche Konsequenzen.
SM wurde nicht als sexuelle Präferenz angesehen, sondern als psychische Störung oder krankhafte Neigung.
Wer sich in diesen Kreisen bewegte, tat dies im Untergrund, in privaten Zirkeln oder verschlossenen Clubs, wo Diskretion überlebenswichtig war.
Es war wohl im Jahr 1985, ich gerade mal 16 Jahre alt, als ich das erste Mal mit etwas in Kontakt kam, was sich später als SM und nochmals später als BDSM herausstellte. Die Faszination war so stark, als wenn man von etwas Unbekanntem extrem angezogen wird.
Später im Studentenwohnheim, hatte es sich eine wesentlich ältere Studentin zur „Aufgabe“ gemacht, mir diese Welt in allen möglichen Facetten zu zeigen.
Heute würde man dazu sagen: „Topping from the bottom“ – ein Begriff aus der BDSM-Gemeinschaft, der beschreibt, wenn ein devoter Partner versucht, den aktiven zu führen oder gar zu kontrollieren.
Dies alles war in einer Zeit, in der es keinen Stammtisch gab, kein Internet mit einem Überangebot an Möglichkeiten, guten wie schlechten. Eine Zeit, in der einen jemand „an die Hand nehmen“ musste, um überhaupt Zugang zu dieser Welt zu finden – sei es durch die Erklärung seltsam klingender Chiffre-Annoncen oder durch die persönliche Einführung in geheime Zirkel. Ohne diese Hilfen war es fast unmöglich, in diese damalige „Unterwelt“ einzutauchen.
Meine persönliche Meinung?
Es war bei Gott keine bessere Zeit, wie es heute von sehr erfahrenen Praktizierenden oft dargestellt wird. Nein, es war nicht besser – aber es war anders. Man musste sich die Akzeptanz verdienen.
Mit einer Peitsche auf einer Party aufzutauchen, hätte damals eher Belustigung ausgelöst.
Heute gibt es aktive Menschen, die sich mit teurem Equipment schmücken und sich als Helden fühlen, ohne eine Ahnung zu haben, wie man mit solchen „Waffen“ umzugehen hat.
Leider glauben viele Passive heute, dass jemand, der eine beeindruckende Peitsche besitzt, auch automatisch erfahren ist – damit nimmt meist das Unheil seinen Lauf.
Natürlich gibt es sehr viele, welche perfekt mit ihrem wertvollen Equipment in Perfektion umgehen können. Keineswegs sollte das hier nicht erwähnt werden.
Hier kann die wertvolle, gepflegte Ausstattung ein Hinweis darauf sein, dass diese Person genau weiß was er/sie macht, somit viel Erfahrung und Fachwissen besitzt.
Ich habe noch niemanden getroffen, der mit „Plüschhandschellen“ vom SexShop auf einer Party durch eine großartige Session aufgefallen wäre ;-))
Die damalige SM-Szene war hart, ungeschönt und kompromisslos. Es gab keine „weichgespülten“ Darstellungen in Mainstream-Medien, keine Romane, die den Einstieg verlockend leicht erscheinen ließen.
Wer Teil dieser Welt wurde, wusste genau, worauf er sich einließ - und tat dies bewusst. Es ging um Schmerz, um Dominanz und Unterwerfung, um echte Hingabe, nicht um ein harmloses Spiel mit Plüschhandschellen.
Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte
Mit der wachsenden Präsenz des Internets und der Mainstream-Medien begann sich SM zu verändern. Es wurde zugänglicher, sichtbarer und damit auch weicher dargestellt.
Mit den ganzen Online-Communities hat sich auch die Szene geöffnet.
Filme, Bücher und soziale Medien begannen, BDSM zu romantisieren, zu verharmlosen und für ein breites Publikum zugänglich zu machen.
Mit Filmen und der Wahrnehmung in der Presse – außerhalb von trashigen Reality-Formaten – wurden Informationen zuhauf verfügbar. Es wurde einfacher, leichter, mit Gleichgesinnten in Kontakt zu kommen. Man konnte offen nach Partnern oder Spielkreisen mit ähnlichen Neigungen suchen.
Doch zu dieser Zeit fiel mir zum ersten Mal auf, wie stark BDSM verharmlost wurde.
Gleichzeitig nahm aber auch die Missgunst der „alten Hasen“ zu, die ihre Erfahrungen und ihre Position bedroht sahen.
Menschen haben den Drang, alles erklären zu müssen – doch geht dabei nicht oft das Genießen verloren? Muss man wirklich alles rechtfertigen, um es akzeptabler zu machen? Ist es nicht genau diese „Verniedlichung“, die den harten Kern des SM verschwimmen lässt?
Natürlich ist es eine Errungenschaft, dass BDSM heute nicht mehr nur als krankhaft angesehen wird. Doch hat diese Entwicklung auch eine Schattenseite:
Mit der Popularisierung gingen Klarheit, Ernsthaftigkeit und das Bewusstsein für die wahre Natur des SM oft verloren.
SM ist nicht für jeden geeignet, und es ist nicht harmlos. Es ist keine bloße Spielerei, kein romantisches Fesselspiel, das man zwischen Dinner und Kino schnell einfügt. Es ist intensiv, es ist real, es geht um Kontrolle, Schmerz und tiefgreifende Machtgefüge. Und wer das nicht versteht, kann sich selbst oder andere in gefährliche Situationen bringen.
War man früher gezwungen, im Vorfeld mit seinem Spielpartner ausführliche Gespräche zu führen, sich über den Gesundheitszustand und vielleicht indirekt über „die geistige Reife“ zu informieren, so wird dies heute oft als verklemmt oder gar zu wenig dominant angesehen.
Einfach machen, höher, weiter, besser – der reine Wahnsinn. Bitte sprecht miteinander, davor und danach, ergründet wie euer „Spiel“ war, wie es euch damit geht. Findet Gemeinsamkeiten aber auch Grenzen. Seid ehrlich, offen und direkt.
Gesellschaftliche & gesetzliche Veränderungen
Noch vor wenigen Jahrzehnten galt SM als krankhafte Abweichung und konnte psychiatrische Diagnosen oder gar rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Erst mit der Weiterentwicklung der Gesellschaft und wissenschaftlichen Erkenntnissen wurde BDSM von psychischen Erkrankungen entkoppelt. Dennoch bleibt das Spannungsfeld zwischen persönlicher Freiheit und gesetzlicher Grenze bestehen.
Ein Beispiel:
In vielen Ländern wird einvernehmliche Körperverletzung weiterhin kritisch betrachtet. Selbst wenn beide Partner einer extremen SM-Praktik zustimmen, kann es in bestimmten Rechtslagen dennoch als Straftat gewertet werden.
Während sich viele Gesellschaften inzwischen liberalisiert haben, bleibt die rechtliche Unsicherheit für extreme Formen des SM bestehen.
Gefahren und Missverständnisse
Die zunehmende Verharmlosung des SM führt nicht nur zu Missverständnissen, sondern auch zu realen Gefahren. Menschen, die in diese Welt eintreten, werden oft mit völlig falschen Erwartungen gelockt.
Was passiert, wenn jemand eine SM-Session beginnt, weil ihm gesagt wurde, es sei „nicht schlimm“, „tut nicht weh“ und „ist jederzeit stoppbar“ – und dann merkt, dass es nicht so ist? Dass es weh tut? Dass die Fesselung reale Einschränkungen bringt? Dass ein Nein in vielen Konstellationen nicht einfach ein Nein ist? Wer BDSM praktiziert, muss sich der Realität stellen.
Wer sich in diese Welt begibt, sollte nicht mit romantisierten Bildern gelockt werden, sondern mit klarer, ehrlicher Aufklärung.
Ich möchte mal eine Behauptung aufstellen:
Würden heute so viele Anklagen gestellt, wenn man zuvor klare Absprachen gemacht hätte? Wenn nicht ständig dieser „Weichspüler-Modus“ aktiv wäre, um bloß niemanden abzuschrecken? Selbst mit der Gefahr, dass es dann gar kein Date gegeben hätte …
Meine persönliche Erfahrung zeigt mir, dass mit der wachsenden Zugänglichkeit der Szene durch soziale Medien und Plattformen auch eine Zunahme an Fehlinformationen und Missverständnissen entstanden ist. Ich habe es oft erlebt, dass Menschen, die neu in der Szene sind, leider völlig falsche Erwartungen haben – entweder weil sie durch Medien beeinflusst wurden oder weil ihnen bewusst falsche Versprechungen gemacht wurden.
Was SM wirklich bedeutet
BDSM ist kein harmloser Trend, kein weichgezeichnetes Rollenspiel. Es ist tief, intensiv, roh – und genau darin liegt seine Faszination. Wer sich dieser Welt öffnet, sollte dies mit echtem Bewusstsein tun, nicht durch eine verklärte Darstellung.
Es geht nicht nur um dominante oder devote Rollen, sondern um echte Hingabe, um Schmerz und Lust, um das Ausloten und Überschreiten von Grenzen.
Diejenigen, die BDSM ernsthaft praktizieren, wissen das – und setzen sich intensiv mit den physischen, emotionalen und psychologischen Aspekten auseinander.
Es ist großartig, dass immer mehr Menschen ihre Neigungen entdecken und ausleben. Aber jeder, der sich auf SM einlässt, sollte wissen, worauf er sich einlässt. Ohne Weichspüler, ohne Verharmlosung – sondern mit Respekt, Wissen und echter Hingabe. Die Faszination und Nachhaltigkeit von BDSM Trotz aller Veränderungen und Missverständnisse, die sich über die Jahre hinweg entwickelt haben, bleibt BDSM für viele Menschen weit mehr als nur eine sexuelle Vorliebe.
Es ist eine tiefe emotionale Verbindung, ein Ausdruck von Vertrauen, Hingabe und gegenseitigem Verständnis.
Gerade in einer Zeit, in der Beziehungen oft schnelllebig und oberflächlich erscheinen, kann BDSM eine außergewöhnliche Nachhaltigkeit bieten – eine Bindung, die weit über das rein Körperliche hinausgeht.
Das gemeinsame Erforschen von Grenzen, das bewusste Loslassen oder Übernehmen von Kontrolle und die intensive Kommunikation schaffen eine Basis, die in vielen konventionellen Beziehungen oft fehlt.
Wer BDSM mit Respekt und Bewusstsein auslebt, kann darin eine tiefe Erfüllung finden, die weit über den Moment hinaus Bestand hat.
BDSM ist mehr als eine Erscheinung, welcher man hinterherlaufen sollte, mehr als ein stilisiertes Bild in Filmen oder Romanen – es ist eine gelebte Realität für viele Menschen, die ihre Identität darin gefunden haben.
Die wahre Faszination liegt nicht nur in den Praktiken selbst, sondern in der Intensität, dem gegenseitigen Vertrauen und der tiefen emotionalen Verbindung, die dadurch entstehen kann.
Wer sich wirklich darauf einlässt, findet nicht nur Lust, sondern eine Form der zwischenmenschlichen Tiefe, die ihresgleichen sucht. Mein Schlussgedanke BDSM ist und bleibt eine Welt der Extreme – eine Welt voller Hingabe, Kontrolle, Lust und manchmal auch Schmerz. Doch gerade in diesen Gegensätzen liegt seine Schönheit.
Wer sich auf BDSM einlässt, betritt kein harmloses Spielfeld, sondern einen Raum, in dem Emotionen und Verbindungen auf einer tieferen Ebene erlebt werden können als in vielen anderen zwischenmenschlichen Interaktionen.
Dieses Kapitel ist keine Anklage an die Szene, keine Belehrung und kein Versuch, Werte oder Normen zu diktieren. Es ist vielmehr eine Einladung zum Nachdenken – darüber, was BDSM wirklich bedeutet, wie sich die Szene verändert hat und welche Verantwortung wir alle tragen, um sie authentisch zu bewahren. Es liegt an uns allen, diese Welt mit Respekt, Wissen und Ehrlichkeit zu bewahren.
Nicht jeder muss sie verstehen, aber wer sie lebt, sollte sie in ihrer vollen Intensität und Bedeutung annehmen – ohne Verharmlosung, ohne falsche Versprechen, sondern in ihrer rohesten und zugleich schönsten Form.
Gleichzeitig soll dieser Beitrag auch Beginnern helfen, achtsam zu sein, mehr zu hinterfragen und sich bewusst mit ihrer Rolle auseinanderzusetzen. Vielleicht ist es sicherer– und langfristig intensiver –, wenn man bei seinem Gegenüber auf Erfahrung Wert legt, anstatt sich nur vom äußeren Erscheinungsbild oder charismatischen Worten blenden zu lassen.
In diesem Sinn, genießt euer BDSM, jeder auf seine ganz individuelle persönliche Art …
Comitor
Im Frühjahr 2025
Malou und die Peitsche – Die Kunst der Peitsche
Von der Sehnsucht nach Afrika zur Peitschenbauerin: Malous Geschichte, die Herkunft der Peitsche, ihre Vielfalt und der verantwortungsvolle Umgang damit.
Mein Name ist Malou, seit vielen Jahren widme ich mich der Kunst, Peitschen zu fertigen.
Meine Reise mit BDSM begann im Alter von 19 Jahren, als ich die Welt der Machtspiele und Hingabe zu erkunden begann.
Seitdem lebe ich BDSM intensiv, was meine Leidenschaft für Peitschen und deren symbolische Bedeutung weiter vertieft hat. Was als neugierige Faszination begann, hat sich zu einer tiefen Leidenschaft entwickelt, bei der jedes Werkstück mit Sorgfalt und Hingabe entsteht.
Ich betrachte jede Peitsche nicht nur als Werkzeug, sondern als Kunstwerk, das Präzision, Funktionalität und Ästhetik vereint. Fragt man meine Mama: „Wo kommt die Liebe von Malou zu Afrika her?“ würde diese antworten: „Malous Hebamme war eine Afrikanerin ;-)“
Ich habe keine Ahnung ob das stimmt, aber ich kann mich auch an keine Zeit erinnern, in der ich diese tiefe Sehnsucht nach Afrika nicht verspürt habe …
So war klar, ich muss dieses Land erkunden, von 2007 bis 2014 wurde Afrika, genauer Namibia, Botswana und Südafrika meine neue Heimat.
Aus der Schweiz, über Tanger nach Afrika und dann die komplette Westküste, Länder wie Marokko, Mauretanien, Senegal, Gambia, Mali, Burkina Faso, Benin, Togo, Ghana, Nigeria, Kamerun, Kongo, Angola, Sambia, Simbabwe, Namibia & Botswana waren fast ein Jahr unsere Stationen. Bis wir schließlich in Kapstadt in Süd-Afrika angekommen sind.
In Noordhoek, unterhalb von Kapstadt fanden wir eine Farm, auf welcher wir uns niederlassen konnten.
Der Traum nahm seinen Lauf ... Wir haben uns recht schnell eingelebt.
In einem alten Buch fand ich einen Bericht zu einem Afrikanischen Peitschenbauer. Ich musste da hin, musste diesen Mann einfach kennenlernen.
Bei einem ersten Besuch waren wir uns so sympathisch, dass er mir anbot, das Handwerk der Peitschen bei ihm zu erlernen.
So begann meine Ausbildung zur Peitschenbauerin. "Heute" nenne ich dieses ältere Ehepaar, meine "Afrikanischen Eltern".
Die Verbundenheit hat in all den Jahren gehalten, bei jedem Besuch spüre ich seinen Stolz, dass ich sein Handwerk am Leben erhalte. Jedes Detail wird bedacht: von der Balance der Griffe bis zur Flexibilität der Stränge.
Meine Mission ist es, Menschen ein Instrument zu bieten, das nicht nur technisch einwandfrei ist, sondern auch Freude, Sicherheit und Inspiration vermittelt.
Herkunft und Geschichte der Peitsche
Der Begriff „Peitsche“ hat seinen Ursprung in alten europäischen Sprachen und ist eng mit Werkzeugen und Techniken verbunden, die zur Erzeugung von Schlaggeräuschen und zur Steuerung von Tieren genutzt wurden.
Bereits in der Antike fanden Peitschen ihre Verwendung, primär als Werkzeug zur Steuerung von Tieren.
Die ägyptischen Hieroglyphen zeigen Abbilder von Fuhrmännern, die mit Peitschen ihre Gespanne lenkten. Auch in der griechischen und römischen Kultur dienten Peitschen der Kontrolle von Streitwagen oder in der Landwirtschaft.
Mit der Zeit entwickelten sich Peitschen zu Symbolen von Macht und Autorität. In mittelalterlichen Strafsystemen wurden sie häufig als Bestrafungsinstrument genutzt.
Gleichzeitig fand die Peitsche auch Eingang in religiöse Praktiken, insbesondere in Form der Selbstgeißelung.
Bereits im Mittelalter praktizierten Flagellanten die Selbstgeißelung als Ausdruck von Buße und Demut.
Diese rituelle Anwendung sollte Sünden tilgen und die Nähe zu Gott symbolisieren. Die Peitsche wurde somit nicht nur als Werkzeug der Strafe, sondern auch als spirituelles Symbol verwendet, das religiöse Hingabe und Reinigung verkörperte.
Erst in der Neuzeit fanden Peitschen auch ihren Weg in die Freizeitgestaltung und darüber hinaus in die erotische Kultur. Die Bedeutung der Peitsche im BDSM-Kontext Im Bereich BDSM hat die Peitsche eine besondere Stellung.
Sie steht nicht nur für Kontrolle und Dominanz, sondern auch für Vertrauen und Hingabe.
Der Akt, eine Peitsche zu nutzen oder sich ihr hinzugeben, erfordert ein hohes Maß an Kommunikation und gegenseitigem Verständnis, um die Grenzen und Wünsche aller Beteiligten zu respektieren.
Vielfalt der Peitschen und ihre Effekte
Von der klassischen Gerte über den Flogger bis hin zur Bullwhip – jede Peitsche hat ihre eigene Wirkung und erfordert unterschiedliche Techniken.
Die Gerte:
Eine der bekanntesten und vielseitigsten Peitschen.
Sie bietet punktuelle, scharfe Stimulation und wird oft eingesetzt, um bestimmte Bereiche gezielt anzusprechen.
Aufgrund ihrer Präzision eignet sie sich besonders gut für Anfänger und Fortgeschrittene.
Der Flogger:
Mit seinen vielen Strängen erzeugt der Flogger eine breite, oft sanftere Empfindung.
Je nach Material der Stränge – Leder, Wildleder oder Gummi – können die Intensität und die Wirkung stark variieren.
Der Flogger ist ideal für längere Sessions, da er weniger intensiv und ermüdend ist.
Die Single Tail:
Diese einsträngige Peitsche ist ein Symbol für Präzision und Beherrschung.
Sie erfordert ein hohes Maß an Technik und Erfahrung, da sie bei unsachgemäßer Anwendung leicht Verletzungen verursachen kann.
Ihre scharfen und intensiven Reize machen sie besonders bei erfahrenen BDSM-Praktizierenden beliebt.
Die Bullwhip:
Diese lange Peitsche ist sowohl anspruchsvoll als auch kraftvoll. Sie kann scharfe, intensive Reize erzeugen und erfordert großes Geschick, um sicher und effektiv eingesetzt zu werden.
Das charakteristische Knallen der Bullwhip verleiht ihr eine besondere Faszination.
Da Sie oft auch symbolisch mit Autorität verbunden wird.
Die Wahl der Peitsche hängt von den Vorlieben, der Erfahrung und der Dynamik zwischen den Partnern ab. Dabei ist auch die Qualität der Peitschen entscheidend.
Es gibt gravierende Unterschiede zwischen billigen Massenprodukten aus minderwertigem Material und handgefertigten Einzelstücken aus hochwertigen Materialien.
Besonders Leder von australischen Kängurus oder afrikanischen Kudus zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Qualität und Langlebigkeit aus.
Handgefertigte Peitschen haben nicht nur eine überlegene Haptik, sondern lösen auch ein anderes Empfinden aus als industrielle Massenware.
Sie tragen die Hingabe und das Können des Handwerkers in sich und werden oft als Symbol des eigenen Wertes innerhalb der BDSM-Welt betrachtet.
Der Besitz einer hochwertigen Peitsche kann ein Ausdruck von Stolz und persönlicher Wertschätzung sein und die Bedeutung einer Session auf eine tiefere Ebene heben.
Psychologische Wirkung
Der Einsatz einer Peitsche ist nicht nur eine physische Erfahrung, sondern auch eine tief psychologische. Für den dominanten Part steht sie oft als Symbol für Autorität und Kontrolle, während sie für den devoten Part Hingabe und Vertrauen verkörpert.
Das Knallen der Peitsche oder das bloße Geräusch der sich bewegenden Stränge kann bereits Vorfreude, Spannung oder eine Art positiver Nervosität auslösen.
Rituale und symbolische Bedeutung
Viele Paare oder Spielpartner integrieren die Peitsche in Rituale, um eine emotionale Bindung zu vertiefen oder die Dynamik ihrer Beziehung zu stärken.
Der Einsatz einer Peitsche kann auch eine symbolische Bedeutung haben – als Ausdruck von Respekt, Machtübergabe oder Transformation durch Schmerz und Lust.
Verantwortung und Technik
Der Umgang mit einer Peitsche im BDSM erfordert ein hohes Maß an Geschick, Übung und Verantwortungsbewusstsein.
Der aktive Part übernimmt die Verantwortung, die Technik zu beherrschen, und der passive Part vertraut darauf, dass seine Grenzen respektiert werden.
Dieses gegenseitige Vertrauen ist der Schlüssel zu einer gelungenen Peitschen-Session.
Wichtige Bestandteile des Lernprozesses sind Workshops und Trainings, bei denen nicht nur die Technik vermittelt wird, sondern auch das Feingefühl für die Reaktionen des Partners geschärft wird. Die Dynamik zwischen dem aktiven und dem passiven Part während einer Session ist einzigartig:
Der aktive Part führt, leitet und kontrolliert, während der passive Part sich hingibt und die Erfahrung intensiv erlebt. Die Peitsche wird dabei zum Mittel der Kommunikation, das sowohl Macht als auch Zärtlichkeit ausdrücken kann.
Besonders in Workshops können beide Partner die Wirkung der Peitsche erleben und ein tieferes Verständnis für ihre Anwendung entwickeln.
Die entstehende Verbindung zwischen den Partnern basiert auf Vertrauen und Respekt – Werte, die essenziell für jede BDSM-Praktik sind.
Eine gute Vorbereitung, klare Absprachen und achtsames Handeln sorgen dafür, dass die Peitsche nicht nur ein Werkzeug, sondern auch ein Symbol für gemeinsame Hingabe und Lust wird.
Gesundheitliche Aspekte:
Sicherheit und Verantwortung
Der Umgang mit Peitschen erfordert nicht nur Technik, sondern auch ein Bewusstsein für die gesundheitlichen Aspekte.
Besonders wichtig ist es, frei von negativen Einflüssen wie Drogen oder Alkohol zu sein, um eine klare Wahrnehmung und sichere Anwendung zu gewährleisten.
Im BDSM, wie auch speziell bei der Verwendung von Peitschen, ist es essenziell, auf die eigene Tagesform zu achten.
Nur wer sich körperlich und emotional ausgeglichen fühlt, kann eine sichere und bereichernde Session gestalten.
Empfindsamkeit gegenüber dem Gegenüber ist ein weiterer entscheidender Faktor.
Der aktive Part muss aufmerksam die Reaktionen des passiven Parts beobachten und bereit sein, die Intensität oder den Verlauf der Session anzupassen.
Dabei gilt die Regel: Weniger ist oft mehr.
Es ist besser, sich langsam an die Grenzen heranzutasten, anstatt diese zu überschreiten.
Eine achtsame Vorbereitung, klare Kommunikation und eine respektvolle Haltung sorgen dafür, dass die Erfahrung für beide Partner bereichernd und sicher bleibt.
Nach einer Session sollte die Haut mit feuchtigkeitsspendenden Cremes oder beruhigenden Salben gepflegt werden, um mögliche Reizungen zu minimieren.
Darüber hinaus sind die regelmäßige Reinigung und Pflege der Peitschen unerlässlich, um hygienische Standards zu gewährleisten. Fazit Die Peitsche ist weit mehr als nur ein Werkzeug – sie ist ein Ausdruck von Kunst, Geschichte, Technik und Leidenschaft.
Von ihrer symbolischen Bedeutung in der Antike bis hin zur tiefen emotionalen Verbindung im BDSM-Kontext hat sie eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen.
Jede Peitsche erzählt eine Geschichte, sei es durch ihre Herstellung, ihre Anwendung oder die Beziehung zwischen den Beteiligten.
Eine gut gefertigte Peitsche, sei es ein handgefertigtes Einzelstück oder ein sorgfältig ausgewähltes Modell, kann zu einem zentralen Element einer intensiven und erfüllenden BDSM-Erfahrung werden.
Doch wie bei allen Aspekten des BDSM ist Verantwortung, Kommunikation und Respekt der Schlüssel, um die Schönheit und die Möglichkeiten der Peitsche vollständig zu entdecken und zu genießen.
Herzlichst eure Malou
*mehr von mir findet ihr auch hier: www.malous-whip.ch
Wegweisend von meinem Herrn:
"Viele Neigungen hat sie im Laufe der Jahre kennengelernt, viele Erlebnisse haben sie geformt.
So hat sie ihren Weg gefunden.
Wer sie genauer kennt, weiß aber um ihre große Leidenschaft.
Eine Leidenschaft, welche zu ihrer Berufung wurde.
Gelernt von alten und erfahrenen Händen in Süd-Afrika, einem Land, welches ihre Heimat wurde. Geschult mit viel Liebe für das besondere Material.
Wissend um die Einzigartigkeit des Geschaffenen verbindet sie ihr persönliches Sein in ein uraltes Handwerk.
Das ist die perfekte Verbindung ... "
Malou und Die Peitsche
© Comitor in 2015
Das ganze Buch entdecken
BDSM – Wege und Möglichkeiten. Ein Ratgeber.
Herausgegeben vom Haus Roissy e.V. – mit Beiträgen vieler erfahrener Autorinnen und Autoren. Informationen und Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene, getragen von Leidenschaft, Wissen und dem Glauben an Aufklärung und Gemeinschaft.
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Quelle: Das Haus Roissy e.V. (Hrsg.): BDSM – Wege und Möglichkeiten. Ein Ratgeber. 2025. ISBN 978-3-9827210-8-8. Die Texte sind unverändert aus dem Buch übernommen.
Persönlicher Abschluss
Schön, dass ihr uns ein wenig kennengelernt habt.
Vielleicht teilt ihr manche unserer Gedanken. Vielleicht seht ihr einige Dinge auch ganz anders.
Das ist vollkommen in Ordnung.
Ihr müsst nicht leben wie wir, um bei uns willkommen zu sein.
Ihr müsst unsere Erfahrungen nicht teilen und keine bestimmten Neigungen mitbringen. Wir wünschen uns lediglich, dass Menschen einander mit Offenheit, Ehrlichkeit und gegenseitigem Respekt begegnen.
Wenn wir mit dem Masterroom einen Ort geschaffen haben, an dem ihr euch wohlfühlt, Vertrauen entwickeln und eure ganz persönliche Zeit unbeschwert geniessen könnt, dann haben wir etwas erreicht, das uns wirklich am Herzen liegt.
Denn am Ende zählt nicht, wie andere uns sehen. Sondern wie wir miteinander umgehen.
Herzlich willkommen in unserer Welt.
Malou & Comitor
Diskret · Sicher · Vertraulich
Eure Zeit im Masterroom
Eure besondere Zeit beginnt bereits mit der Buchung. Wählt über unser Buchungssystem euren Wunschtermin oder sendet uns eure persönliche Anfrage. Selbstverständlich behandeln wir eure Angaben mit grösster Diskretion. Die genaue Adresse und alle wichtigen Informationen für eure Anreise erhaltet ihr nach bestätigter Buchung persönlich per SMS oder WhatsApp.
